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Fischelner Bürgerfrühschoppen: Zwischen Verkehrsnot und Zukunftsvisionen

Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung kamen am vergangenen Sonntag zusammen, um über die brennenden Themen im Stadtteil zu diskutieren. Die Agenda war dicht gefüllt – von der Dauerbaustelle Verkehr bis hin zur olympischen Zukunft Krefelds.

Fischelner Bürgerfrühschoppen: Zwischen Verkehrsnot und Zukunftsvisionen

Rund 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung kamen am vergangenen Sonntag zusammen, um über die brennenden Themen im Stadtteil zu diskutieren. Die Agenda war dicht gefüllt – von der Dauerbaustelle Verkehr bis hin zur olympischen Zukunft Krefelds.

Unser 1. Vorsitzender Wolfgang Lueg konnte hierzu den Vorsitzenden der neuen Bezirksvertretung Süd Frank Hinz und seine Stellvertreter Philipp Geldmacher und Till Küppers begrüßen, die sich persönlich vorstellten und Einblicke in die Aufgaben im neuen Südbezirk skizzierten. Entscheidende Frage hinsichtlich vieler Vorhaben ist dabei, „was der Haushalt hergibt“.

Dauerbrenner Verkehr: Die Umgehungsstraße im Fokus

Das „leidige Thema“ Umgehungsstraße dominierte die Debatte. Die aktuelle Idee von CDU und SPD im Kooperationsvertrag im Rat ergab kritische Stimmen: Ein Teilstück nur bis zur Willicher Straße sei kontraproduktiv, da dies den Verkehr lediglich in die enge Rosenstraße umleiten würde. Britta Oellers MdL wendet ein, dass dies ein Anfang ist. Die Stadt hat viele Flächen angekauft, und ein erster Abschnitt von der Kölner Straße bis zur Willicher Straße ist in näherer Zukunft realistisch.

Einige Bürger verweisen auf den zusätzlichen Verkehr durch die Dauerbaustelle auf der A57, andere auf das nicht mitgewachsene Straßennetz, obwohl der Ortsteil durch Zuzug gewachsen ist. Das Problem: Man wohnt gerne in Fischeln und jeder möchte eine neue Straße, aber „bitte nicht vor der eigenen Haustür“.

Insbesondere der massive Verkehr auf der Kölner Straße wird beanstandet. Aus dem Publikum wird vorgeschlagen, die Kölner Straße für Durchgangsverkehr unattraktiver zu machen, oder Durchgangsverkehr zu verbieten. Die Anlage von Radwegen wird ebenso vorgeschlagen wie die Pflanzung von Bäumen, die jedoch feinstaubresistent sein müssen. Nach den Ergebnissen der Verkehrszählung wird gefragt sowie nach denen des Handlungskonzeptes. Dietger Schroers vom BV und die Bezirksvertreter nehmen hierzu Stellung.

Philipp Geldmacher berichtet von ganz anderen Verkehrsproblemen im nördlichen Teil des neuen Süd-Bezirks. In Dießem und Lehmheide ist nicht laufender Verkehr das Problem, sondern stehender, denn dort ist der Parkdruck sehr hoch.

Radwege, Straßen und der Sanierungsstau

Zur Entlastung der beanspruchten Kölner Straße und des Verkehrs insgesamt sprechen sich Dr. Ludger Wilstacke und weitere Teilnehmer engagiert für die Nutzung des Fahrrades aus oder der Erledigung von Einkäufen zu Fuß. Klaus Hess und weitere Teilnehmer übten deutliche Kritik am Zustand der Radwege („unter aller Sau“) zum Einen, und des z.T. rücksichtslosen Verhaltens motorisierter Verkehrsteilnehmer gegenüber Radfahrern und Fußgängern zum Anderen. Gefahrenstellen gäbe es überall, die insbesondere Senioren und Behinderte gefährden.

Besonders die „Flickschusterei“ des KBK mit Kaltasphalt wurde bemängelt, die dazu führt, dass neuralgische Punkte wiederkehrend alle paar Wochen an den gleichen Stellen ausgebessert werden. Jürgen Oppers und Philipp Geldmacher wenden ein, dass die Nutzung des Kaltasphalts durch den KBK lediglich der kurzfristigen Verkehrssicherung dient, und für großflächige Sanierungen oft das Personal (Ingenieure) fehlt. Der KBK sei keine Fachfirma für Straßenreparaturen, und konnte bislang nur kleinflächige Reparaturen ausführen. Seit letztem Sommer erlaubt neues Equipment im Sommer etwas großflächigere Instandsetzungen. Philipp Geldmacher verweist auf eine Prioritätenliste des KBK mit Sanierungsschwerpunkten; punktuelle Ausbesserungen mit Kaltasphalt sind allemal besser als gar nichts zu tun, so lange Straßenzüge nicht umfassend saniert werden können.

Teilnehmer verweisen auf Personalmangel und Planungen, die Arbeitskraft binden, und dann doch in der Schublade verschwinden.

Soziales, Gewerbe und Olympia

Vielschichtig sind auch die Meinungen zu einer Olympia-Bewerbung mit Krefelder Beteiligung. Haushalt und Budget passen aktuell nicht zu einer Bewerbung. Alle Kosten gehen dann auf die Kommunen. OB Meyer hatte zuvor vor Finanzchaos gewarnt. CDU und SPD würden in Krefeld momentan die Fragen nach der Finanzierung ausblenden. Britta Oellers wirbt jedoch für eine Bewerbung für eine Großveranstaltung, die möglicherweise erst 2036, 2040 oder 2044 Realität werden könnte, und Chancen einer anderen Generation bietet.

Neben der harten Infrastruktur kam auch das gesellschaftliche Miteinander nicht zu kurz:

Gewerbe & Pflege: Klaus Hess mahnte die Wichtigkeit der Gewerbeansiedlung an, während Ludger Wilstake den Fokus auf den Pflegebedarf im alternden Ortsteil lenkte.

Zusammenhalt: Ein positives Resümee gab es zum vielfältigen Angebot des Bürgervereins nach Corona. Frank Hinz rief dazu auf, die Vernetzung zwischen den Bürgervereinen durch informelle Treffen und gemeinsame Stadtteilfeste weiter zu stärken.

Wenig Aufwand, viel Effekt: Agnes Bosse vom BV fragt die Teilnehmer, ob es kleine Ansatzpunkte gibt, die mit wenig Aufwand hohen Nutzen versprechen. Aus dem Publikum wird z.B. vorgeschlagen, den kaputten Brunnen vor der Volksbank zu entfernen und z.B. für Fahrradstellplätze zu nutzen. Till Küppers bestätigt hier, dass die SWK zunächst die Situation des Wartehäuschens vor dem Neubau abwarten wollte.

Wolfgang Lueg fasste zum Ende den regen Austausch mit den Schwerpunkten Verkehrskonzepte, Fahrrad und Fußgänger, Sanierungskonzepte, Senioren und Ansiedlung von Neubaugebieten zusammen.