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Mundartabend 2009

Es ging hoch her bei den Fischelner Mundartabenden
„Och wir kalle Platt!"
Kaum eine Hochsprache kann so sehr und direkt die Gefühle der Menschen ansprechen, wie die über viele hundert Jahre sich vom Volk aus entwickelte Mundart. Um dieses Kulturgut zu erhalten, ging vor elf Jahren vom Fischelner Bürgerverein die Initiative aus, jährlich Mundartabende zu veranstalten. Inzwischen sind zwölf Programme mit zusammen 19 Vorstellungen daraus geworden. Erstmalig gab es in diesem Jahr sogar drei ausverkaufte Veranstaltungen am ersten Wochenende im April. Zu vier Aufführungen reiche nach eigener Aussage die Kraft nicht ganz aus, denn: „Die meisten von uns sind bereits jenseits der Verfallsgrenze!" Eingeleitet wurde das tolle, über dreistündige Programm durch fetzig-historische Musik der „Einstürzenden Heuschober", die sich im Laufe des Abends den historisch begründeten neuen Namen „Schäng Blasius Flönz Rakete" gaben.


Die heitere und humorvolle Bejrüßung besonders der äwL (ärg wichtige Lüh) in Summe und den Vertell töschen die enkele Stökkskes machte Wolfgang Müller, von Anfang an durch viel Applaus bedacht. Dabei dankte er für finanzielle Unterstützung dem „Herrn Volksbank" und dem Hausherrn Manfred Gietz- „Wer einmal bei ihm seinen Beerdigungskaffee abgehalten hat, der kommt immer wieder!" Heinz Josef Hüttenes persiflierte die vielen Lottogewinne am Telefon und Gerhard Höh baute sich aus alten Fahrraddynamos an seinem Heimtrainer eine Stromquelle für das Pantoffelkino. Annelie Wellmann lästerte über die Krooestreck, die Gerümpelschublade. Anneliese Hürlimann betrachtete das In-den-April-Schicken und Rosi Zober ließ im Himmel und im Paradies die Türen geräuschvoll zuschlagen, was dann zum Uurknall führte. Wolfgang Müller sinnierte über Schmerzen aller Art: Kopping, Buckping, Doping und Petting. Christel Holzapfel wanderte mit Gesang über den Egelsberg sowie durch das Kompluter-Unwesen und Heinz Josef Hüttenes ließ sich erfolglos den Unterschied zwischen Boxe (Hosen) und Radioboxen sowie Autoboxen erklären. Nach der Pause piepste es bis zur Sinnestäuschung. Tapetenkleister und Gips wurden durch Kinder und den Hund in der ganzen Wohnung verteilt.


Es gab Nöis van de Rommyclub, vam Angelverein, van Uestere en Rom, von enne Nichtschwemmer und van die kapodde Box. Eingestreut zwischen den Textbeitragen und den Sketschen hoben folgende Lieder zusätzlich die Stimmung der jeweils über 300 Besucher im Saal des Burghofs Gietz in Fischeln: Kleck, kleck do böss; Die Kieersche uut dä Buom; Mallorca mot et sie-en!; Mu-eder, Mu-eder mine Merling es duet und Sooonen Dag. Mit einer Gewinnauslosung, anschließend stehenden Ovationen und der zehnstrophigen „Nationalhymne" aus Krefeld „Dä Klantes Töt, dä hät en Drietmaschin, die flött" gingen die Veranstaltungen feucht fröhlich zu Ende.
FiWo vom 09.04.2009