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In Südwest:
Viele Häuser aber kein neuer Einkaufsladen
Planer versprachen:
Erst die Umgehung dann der Hausbau
„Erst die Straße, dann die Siedlung!" So lautete die klare Forderung, die Martin Harter und Ludger Walter am 6. März aus dem Clemens-Saal in die Planungsbüros der Stadt Verwaltung mitnehmen konnten. In einer „Ersten Bürgeranhörung zum Bebauungsplan 652" erläuterten sie das Projekt Willicher Straße. Kein neues Vorhaben zwar, denn ein solcher Plan wurde schon 2001 vorgestellt, ruhte dann nach der Maßgabe „Erst das Baugebiet Kütterheide".
Das ist begonnen (wie berichtet), der B-Plan 652 wieder auf dem Tisch. An die hundert interessierte Bürger konnte Bezirksvorsteherin Rosemarie Küpper zu dieser „Frühzeitigen Bürgerbeteiligung" der aktualisierten Planung des Baugebietes „Fischeln-Südwest" (B-Plan 652) begrüßen. Das Plangebiet reicht von der Willicher Straße bis zur noch zu schaffenden Fischelner Südwest-Umgehung. Die kreuzt die Willicher Straße weiter südlich des Kütterweges und verläuft westlich des Pferdehofes vor den Gärtnereien aber hinter dem Hanninxhof zur Anrather Straße. Das so entstehende „Dreieck" zwischen der künftigen Kreuzung und den Traberbahnen bleibt frei für (möglicherweise) Schule, Bezirkssportanlage und Kindergarten. Zwischen dem Hanninxhof und -weg soll eine Freifläche erhalten bleiben. Die Hauptanbindung erfolgt an der neuen Umgehungs-, der Willicher Straße und „gemäßigt" (wie Marianne Werthmann wegen der Straßenenge nachdrücklich forderte) vom Hanninxweg. Bis dort (Franz-Heckmanns-Str) reicht die Bebauung. In Einzel-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern (Höhen noch festzulegen, Parzellen bis 400 qm) sollen rund 450 gegenüber vorher 500 Wohneinheiten entstehen. Inklusive Sportanlage sind rund 400 öffentliche Parkplätze vorgesehen. Lärmschutzwälle, Verzicht auf Durchgangsverkehr und viel Grün sollen das Wohnen angenehm machen. Frühestens 2009 sei mit dem „Ersten Spatenstich" zu rechnen.
Den Bauablauf skizzierte Harter: Erst die Umgehung, dann Erschließungsstraßen, dann der Häuserbau! Mit der Frage nach Einkaufsmöglichkeiten traf Karin Latrich ein zentrales Thema. „Ein Lidl wird sich hier nicht halten!" begründete Martin Harter den Mangel. Kleine Geschäfte seien jederzeit zulässig. Die seien aber nicht Sache des Planers, sondern des Betreibers, merkte Rosemarie Küpper an, gab zu bedanken, dass erfahrungsgemäß in den „kleinen Läden" um die Ecke nur gerade nötige kleiner Bedarf gekauft werde. Problematisch erschien Bürgerinnen aus dem Umfeld Rosenstraße und Hanninxweg, dass so hier noch stärkerer Verkehr zum Fischeiner Einkauf s-Zentrum Kölner Straße herrschen werde. Gute Anregungen, wie das Einplanen von „Mehr-Generationen-Häusern" und familiengerechte Förderung durch die „Gemeinnützige" (Stadt) fehlten nicht. Hinnehmen musste man, dass die Erschließungskosten letztlich auf die Grundstückskosten aufgeschlagen werden. Erschlossen ist das Gebiet (soweit der Redaktion bekannt! nur nahe der nördlich vorhandenen Bebauung. Ein wesentlicher Teil des Areals ist im Besitz der Wohnstätte. Eine weitere Gesellschaft sei interessiert. Platz für individual-Bau bleibt. Auf wenig Verständnis fiel das Fehlen einer in der früheren Planung vorgesehenen Solarsiedlung. Unbestätigten Angaben zufolge sei der Landesregierung ein Komplex mit noch 50 statt vorher 100 Häusern zu gering gewesen. Auf Karl Renners Rückfrage hieß es zunächst, „dafür sei kein Markt da"; später: die heute hoch entwickelte Wärme-Isolierung erübrige diese Siedlung. Man gebe die Anregung aber weiter.
Von Egon W. Fleischmann










