Frischer Wind bei den Bürgervereinen

„Wir verstehen uns als Dienstleister der Bürgervereine", sagen Hans-Jürgen Herzog als Vorsitzender und Manfred Adam als Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB). Die beiden sind im November auf der Jahresversammlung in den neuen, von zehn auf sechs Köpfe reduzierten Vorstand gewählt worden. „Wir erwarten, dass wir von ihnen Aufgaben gestellt bekommen, die wir dann mit den jeweiligen Bürgervereinen gemeinsam in Projektgruppen bearbeiten."
Diese Erwartung wurde auch ganz schnell erfüllt. Der neue Vorstand bekam noch bei dieser Sitzung gleich mehrere offizielle Aufträge: „Da ist neben den Themen

„Es kann keine vernünftige Stadtentwicklung ohne Flächennutzungsplan geben"

Ausbau der A57, Luftreinhalteplan und Lärmminderung durch Flug-und Eisenbahnverkehr beispielsweise der Wunsch nach der Westumgehung zu nennen", sagt Herzog. „Wir setzen uns mit den betroffenen Bürgervereinen zusammen und prüfen, ob die Anliegen a) machbar und b) zumutbar sind", ergänzt Adam.
Als erste Maßnahmen für eine effektivere Zusammenarbeit zwischen den Bürgervereinen hat der neue Vorstand, der mindestens einmal im Monat zusammenkommt, den permanenten Austausch per E-Mail in Angriff genommen. „Das ist früher nicht passiert", sagt Adam, der mit fachkompetenten Mitgliedern jetzt auch die Internet-Seite der AKB aktualisieren wird.

Hans-Jürgen Herzog, ( Bild links) neuer AKB-Vorsitzender Manfred Adam, Geschäftsführer der AKB


Auch von außerhalb der Bürgervereine wurde der neue Vorstand schon mit Anliegen konfrontiert „Wir wollen mithelfen, das Freiwilligenzentrum zu erhalten, denn soziales Engagement gehört ja zu den ureigenen Betätigungsfeldern der Bürgervereine." Der AKB-Vorstand hat alle Parteien angeschrieben und sie aufgefordert, über Appelle hinaus auch Beschlüsse zu fassen und Geld für den Erhalt bereitzustellen. „Der Wertschöpfung eines Freiwilligenzentrums stehen heute nur etwa 60 Prozent Kosten gegenüber. Dabei wurde nach Berechnungen des Fachbereichs Wirtschaft der Uni Regensburg ein durchschnittlicher Stundenbetrag für die Wertschöpfung freiwilliger Tätigkeit von zehn Euro ermittelt", erläutert Adam die Vorteile.
Auf eigene Initiative geht das Bemühen des AKB-Vorstands um die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans (FNP) zurück, die bekanntlich wegen Streitigkeiten um die Umgehung Fischeln oder um die Forstwald-Kaserne gescheitert ist. „Es kann keine vernünftige Stadtentwicklung ohne FNP geben, der mit einem Generalverkehrs-und dem Luftreinhalteplan koordiniert werden muss", erläutert Herzog. „Wir überlegen, prüfen zu lassen, ob es nicht eine gesetzliche Verpflichtung zur Neuaufstellung des FNP gibt."
Das Bundesförderprogramm Stadtumbau West wird laut Herzog und Adam auf der Tagesordnung der ersten Mitgliederversammlung Ende Januar stehen, wenn der AKB-Vorstand die Wünsche der Bürgervereine abfragen wird. Beide halten es für eine gute Idee, dass die Stadt mit Hilfe der Wohnstätte einzelne Leuchtturmprojekte setzt, damit Privatinvestoren nachziehen. Es sei wichtig, dass Privatleute initiativ würden. Das Beispiel Königstraße nennt Herzog „bewundernswürdig". Ziel aller seiner Arbeit sieht der AKB-Vorstand darin, möglichst viele Bürgervereine hinter einem Projekt zu versammeln. „Wir werden allen Mitgliedern nochmals ins Bewusstsein rufen, dass sie als Einheit eine Macht sein können."
RP vom 04.01.2010

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